und das gefällt mir :) Diese Woche hat die Arbeit wieder begonnen und ich bin (wenn auch nach ein wenigen Startschwierigkeiten) äußerst motiviert. Ich habe es tatsächlich geschafft mir mittlerweile Respekt bei den Kindern zu verschaffen (eigentlich verrückt, dass ich sowas nach sieben Monaten schreibe, aber besser als nie). Die Arbeit hat diese Woche wirklich Spaß gemacht und ich werde versuchen, einige Ideen in den kommenden Wochen noch umzusetzen.
Zum Beispiel wollten Carmen und ich an diesem Freitag einen Obstvormittag mit den Kindern machen, allerdings erfuhren wir einen Tag vorher, dass am Freitag an allen öffentlichen Schulen und Einrichtungen der Unterricht ausfällt. Die Überraschung und Freude waren groß und der Obstvormittag wurde dann eben auf nächste Woche verschoben.
Ich bin gespannt über den weiteren Verlauf der Dinge.
Zur Zeit geht es sonst in Salcedo und Umgebung ein wenig turbulent zu:
Bei uns gegenüber wurde eingebrochen, es gab eine der heftigsten Aufstände seit langem in Salcedo (zum Glück sind Lars und ich zu diesem Zeitpunkt in Santiago geblieben), und zu guter Letzt erschütterte der Mord an zwei Frauen in Villa Tapia (kleiner Nachbarsort von Salcedo in welchem Lars wohnt) die ganze Bevölkerung.
Dass die Gewalt an Frauen hier im Land ziemlich hoch ist, ist mir mittlerweile bekannt, aber zu wissen, dass so etwas quasi um die Ecke geschieht, nimmt mich persönlich ziemlich mit. Der "typische" Konflikt der Eifersucht war ausschlaggebend für das Familiendrama. Es stimmt mich traurig darüber zu schreiben und lässt mich und die anderen Freiwilligen natürlich auch darüber nachdenken, wie sicher man hier in dem Land ist, aber solche Gedanken werden kurz wachgerüttelt, legen sich aber mit der Zeit wieder.
Dass durch solche Taten allerdings generell eine Anspannung herrscht, merke ich selbst in meiner Gastfamilie, die plötzlich nachts aufsteht und überprüft ob alles in Ordnung ist, nachdem von draußen ein "merkwürdiges" Geräusch wahrgenommen wurde. Ich hoffe sehr, dass sich diese Anspannung bald legt.
Nun, nichts desto trotz, geht das Leben für uns Freiwillige weiter. Gestern waren wir + Lisas Familie aus Deutschland bei unseren Freunden in Villa und haben einen sehr schönen und lustigen Abend verbracht. Der Beginn war allerdings ein wenig spektakulär und den würde ich euch gerne nahebringen:
Um halb 5 hatten Lisa und ich ausgemacht, uns an bei den Gua Gua's nach Villa Tapia zu treffen (um 5 fährt die letzte). Gesagt, getan standen wir alle um Punkt halb 5 bereit als es (wie in den Tagen zuvor - die Dominikanische Republik wird momentan von ziemlich starken Regenfällen heimgesucht) aus allen Küben anfing zu schütten. Wir konnten uns in das Auto retten, mussten aber, da nicht alle reinpassen würden, noch ein wenig warten bis der Regen nachlies und wir überlegen konnten, wie alle reinpassen würden. Es war eine Art minikleiner Jeep mit Ladefläche hinten und normalerweise vorne Platz für eine, maximal zwei Personen plus Fahrer und hinten, eben für maximal drei.
Bei der Abfahrt wollte folgende Personenanzahl mit: Lars, Lisa, Lisas Mutter, Lisas Vater, Lisas Bruder, eine dominikanische Frau, eine weitere dominikanische ältere Frau, der Fahrer und zu guter Letzt ich. Da wir einsehen mussten, dass es nie im Leben passen wird (zum Schluss werdet ihr erfahren, dass man in der Dominikanischen Republik niemals "Nie" sagen darf), schlugen Lars und ich vor, uns auf die Ladefläche hinten zu setzen. Mit einer blauen Plane, um uns vorm Regen zu schützen, ging es dann jedenfalls auch endlich los. Es war holprig, unbequem und dennoch mussten wir ziemlich lachen, da die Situation so verrückt war: Zwei deutsche auf ner Ladefläche bei strömendem Regen und versuchen sich kläglich mit ner Plane zu schützen. Auf halber Strecke stieg die ältere Dame aus und der Fahrer meinte Lars und ich sollen uns nach hinten reinsetzen, da es mittlerweile wieder extrem zu regnen began. Wir stürmten ins Auto und ich musste mich mehr oder weniger auf die drei Männer hinten drauflegen. Vorne saßen derweil der Fahrer, Lisa, Lisas Mutter und die eine übriggebliebene dominikansiche Dame die ein wenig mit Lisas Mutter kuscheln durfte. So fuhren wir 5 Minuten mehr als unbequem weiter, bis uns ein Motorrad anhielt und bat, die junge dominikanische Frau hinter ihm, nach Villa Tapia mitzunehmen um sie vorm Regen zu schützen. Der Fahrer machte die Tür hinten rechts auf und ich schrie ihn mehr oder weniger an, dass die Gute nie im leben reinpassen wird, aber der drückte sie einfach rein und so lagen wir quasi beide auf den Männern auf der Rückbank. Da es absolut nichts bringt sich in so einer Situation aufzuregen (gut, die Dame vorne rechts neben Lisas Mutter schien schon ein wenig genervt - obwohl man dazu sagen muss, Lisa hatte ihre Füße schon unterm Gaspedal und saß dem, natürlich in aller Ruhe noch telefonierendem Fahrer auf dem Schoß), blieb uns nichts anderes übrig als zu lachen und zu hoffen, dass wir heil ankamen. Sind wir zum Schluss, gracias a Dios, auch und konnten uns bei Kelvin &co. zu Hause, die nassen Sachen umziehen und auf ein weiters schönes Erlebnis, in der dominikanischen Republik, hoffen.
Ich gehe mich jetzt duschen und fertig machen, da ich mich gleich mit Lars auf den Weg nach Santiago mache. Euch allen ein wunderschönes Wochenende!
Eure Monika, der es gut geht :)