Nach langer, langer Zeit folgt nun doch ein weiterer Eintrag J ihr merkt das Bloggen liegt mir so sehr wie Kopfrechnen, Iphones 4 bedienen oder auch Fahrraddynamos anspringen zu lassen.
Aaaaaber es gibt einiges zu erzählen:
Zu allererst habe ich mit meiner Arbeit begonnen (sobald ich das System dieser Schule verstanden habe, werde ich mich bemühen einen Eintrag nur über meine Arbeit zu verfassen).
Nach ein Paar Anfangsschwierigkeiten muss ich sagen, gefällt mir mein Projekt immer mehr und so langsam finde ich auch meinen Platz in der Escuela St. Monica.
Einer der sogenannten „Profs“ oder auch gerne „ProfE!“ bin ich nämlich nicht, sondern eher die rechte Hand eben dieser. Aber es wird wie gesagt immer besser und ich glaube die Kinder mögen mich auch (dass ich eines Vormittags mit Steinen von ihnen beworfen wurde, ignorieren wir an dieser Stelle, denn ich denke es lag an der langsam aufkommenden Langweile, die danach aber sofort durch spontanes Agieren meinerseits beseitigt wurde. Seitdem wurde ich nicht mehr mit Steinen beworfen).
Ansonsten spiele ich drei Mal die Woche mit Lisa Volleyball, bzw ich versuche es denn dreimal die Woche gestaltet sich dann nun doch etwas schwierig, man hat ja so unglaublich viel zu tun hier. Nein, aber ein gewisser Alltag stellt sich langsam wirklich ein und ab und an unternehme ich spontane Ausflüge nach Villa Tapia oder in die heißgeliebte „Bon-Eisdiele“ (es gibt Magnumeis!!!) oder zum Dominospielen in die „Casa de la Juventud“ und da müssen dann entweder das Training oder je nach dem 20 Minuten meiner eigentlichen Arbeitszeit dran glauben. Wobei letztes für niemanden hier ein Problem darstellt.
Ansonsten gehen wir Freiwillige mit Leuten der Oficina wandern in sogenannten Reservaten oder so ähnlich, welche wirklich wunder, wunderschön sind! Mir persönlich hat bei dieser Tour unserer kleiner aber treuer Begleiter gefallen der den ganzen Weg mit uns bzw. den Anführern mitgegangen ist und sich bei Hitze, Höhe und Wassernot „pudelwohl“ gefühlt hat. Naja ein Pudel war’s dann doch nicht aber irgendetwas anderes Süßes.
Für kommenden Freitag wurden wir Freiwillige in die Deutsche Botschaft nach Santo Domingo eingeladen, worauf wir uns schon alle sehr freuen, denn eigentlich hätten wir schon drei Mal in Santo Domingo, bzw. der Botschaft sein sollen. Aber wir haben jedes Mal schweigend aber traurig zur Kenntnis genommen, dass der Termin (aus welchen Gründen auch immer) abgesagt wurde und deswegen hoffen wir sehr, dass es dieses Mal wirklich klappt „lo esperamos!“
Mein Spanisch, wie ich finde, wird immer, immer besser. Was ich allein daran bemerke, dass ich mein zu Anfang heißgeliebtes „Langenscheidt-Wörterbuch“ nicht mehr JEDEN TAG und JEDE STUNDE mit mir rum tragen muss, um mich ansatzweise verständigen zu können. Besser gesagt, habe ich es vorgestern oder so unter meinem Bett gefunden nachdem es dort ca. zwei Wochen verbracht hat, ich es aber eben auch nicht vermisst habe und mich auch spontan auf der Straße unterhalten kann oder auch zu Hause ans Telefon drangehe. Das ist wirklich ein schönes Gefühl sich mehr oder weniger ohne Probleme verständigen zu können.
In meiner Familie fühle ich mich mittlerweile auch einfach „zu Hause“. Meine Gastmutter ist super, mit ihr verstehe ich mich wie gesagt bestens und mit den beiden andern Damen im Haus stellt sich langsam auch ein Umgang ein, der allen Beteiligten Recht ist. J
Ich merke, dass es noch so viele Dinge gibt über die ich schreiben könnte aber dass es einfach UNMÖGLICH ist alle Eindrücke und Erlebnisse hier in einen Blog zu schreiben. Bzw. es auch anstrengend ist alles ausführlich zu berichten, deshalb hier noch die spannendsten Ereignisse der letzten Wochen in Kurzfassung:
- Ich habe feststellen müssen, dass fließendes Wasser ein absoluter Segen ist! Wir hatten jetzt des Öfteren ein, zwei Tage kein Wasser weil irgendwas an der Zisterne kaputt war und ich überlasse an dieser Stelle jedem Leser sein Kopfkino, denn ich finde, es ist noch unangenehmer als man es sich vorstellen kann! Eines Nachts (wir hatten Wasser) stiefelte ich mit meiner Taschenlampe in der Hand ins Bad und nachdem ich mich fast zu Tode erschrocken hatte, musste ich doch ein wenig lachen. Feucht fröhlich saß da ein nicht all zu großer, aber auch nicht all zu kleiner, aber mit Sicherheit verwirrter Frosch im Waschbecken und war mindestens genauso erschrocken wie ich. Nun wusste ich nicht recht mit der Situation umzugehen, denn auf der einen Seite wollte ich das arme Ding in die Freiheit entlassen auf der andern Seite hätte der Frosch ja auch sonst welcher Art zugehören und dementsprechend giftig sein können. Nach langem Hin und Her überzeugte mich dann der gutgemeinte Ratschläge via SMS „[…] er wird seinen Weg schon finden […]“ und ich überließ ihn seinem Schicksal. (Am nächsten Morgen war vom Fröschlein keine Spur mehr zu sehen.)
- Und dann durfte ich noch ein wunderschönes Wochenende am Strand in Rio San Juan verbringen! Dieser „Kurzurlaub“ hat sich mehr als gelohnt allein wegen den Traumstränden die wir entdeckt haben (Bilder folgenJ). Es war wirklich so wie man es auf jeder Postkarte oder Reisebürobilder zu sehen bekommt, unbeschreiblich einfach. Das Hotel befand sich zu dem auch noch DIREKT am Meer sodass man dort auch eine fantastische Aussicht genießen konnte. Und auch wenn es jetzt neben dem ganzen Strand und Meer ein bisschen seltsam wirkt, ein absolutes Highlight war unter anderem das Italienische Restaurant, paar Straßen weiter indem wir dann gleich zwei Mal hintereinander zugeschlagen haben. Die Preise waren zwar nahe den deutschen (wie übrigens auch des Öfteren für Lebensmittel und Haushaltprodukte in der Dominikanischen Republik) aber dafür schmeckte es auch wirklich wie beim Italiener! J Es war ein Gaumenschmaus endlich mal wieder leckere „Funghi Pizza“ und am nächsten Abend „Penne“ zu essen. Uns konnten nach dem top Trip selbst die dreieinhalb Stunden Rückfahrt in einem Gua Gua mit 14 Personen und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 40 km/h nicht umstimmen.
- Kurzer Exkurs zu den Gua Guas: Diese dienen hier der Fortbewegung von Dorf zu Dorf oder Stadt zu Stadt, also so ähnlich wie ein Bus. Allerdings ist die Personenanzahl in keinster Weise beschränkt und einen Fahrplan gibt es auch nicht, außer erstes morgens um 5 Uhr und abends ca. bis 17 Uhr. Wenn ich zum Beispiel mit einem Gua Gua nach Villa Tapia (15 Minuten von Salcedo entfernt) fahren will, gehe ich zu Stelle von der sie abfahren und anfangs stelle ich dann noch die naive Frage in wie vielen Minuten es denn losgeht und die Antwort lautete auf Spanisch: „Wenn 5 Personen zusammen sind“. Das kann innerhalb 15 Minuten passieren wenn man zum Beispiel die 4. Person ist, aber eben auch gut anderthalb Stunden wenn man die erste ist, was bei meinem Glück häufig der Fall war. Aus diesem Grund bin ich auf die teureren, aber dafür sehr praktischen „Motoconchos“ umgestiegen. Das sind einfach Roller oder Motorräder und dienen eben auch als Taxi. Sind sehr praktisch aber eben teurer.
Ich denke das war’s erstmal wieder von mir! Aber ich bemühe mich bald wieder zu schreiben oder wie man hier auch gerne sagt „ahorita“.
Es ist die witzigste Zeitangabe überhaupt denn zur Erläuterung: „Ahora“ heißt „jetzt“, „sofort“. Ahorita hingegen bedeutet soviel wie „gleich“. Aaaaber traut dem gleich der Dominikaner nicht, ein „gleich“ kann auch so in einer guten Stunde heißen.
Also: Nos vemos ahorita! Denkt euch euren Teil J